Lohnt sich ein Umstieg auf Skylake?

Mit Skylake hat Intel eine neue Prozessorgeneration auf den Markt gebracht. Die sechste „Core i“ Generation startete mit den High End Prozessoren Intel Core i7 6700K / Intel Core i5 6600K. Mittlerweile hat Intel eine breitere Palette an Skylake Prozessoren auf den Markt gebracht. Damit werden die bisherigen Haswell Prozessoren, die ebenfalls eine gute Leistungsbilanz hatten, abgelöst. Weshalb nun also eine neue sechste Generation?

Das ist neu mit Skylake

Die aktuellen Skylake Prozessoren basieren auf einer neuen Architektur mit 14 nm Fertigung. Das bedeutet, dass die Struktureinheiten noch kleiner sind. Der Gewinn an Leistung ist ein Plus dieser Weiterentwicklung. Doch ein weiterer, ebenso wichtiger Vorteil der neuen Technologie ist die geringere Leistungsaufnahme. Diese fällt für einen einzelnen PC nicht gross ins Gewicht, doch für die Summe aller weltweit eingesetzten Rechner ist der Energiebedarf enorm.

Lohnt sich der Umstieg auf einen "Core i" Prozessor der sechsten Generation? Ja und nein. Der Leistungsgewinn gegenüber den bisherigen Haswell Prozessoren beträgt maximal 10 Prozent. Viel grösser fällt aber der Leistungsgewinn gegenüber einem „Core i“ Prozessor der zweiten oder dritten Generation aus, da beträgt der Zuwachs an Performance bis zu 50 Prozent. Vergleicht man Prozessoren einer unterschiedlichen Generation, so dürfen nicht einfach die Anzahl Cores oder die Taktraten verglichen werden. Mit jeder neuen Generation bzw. Architektur von Prozessoren steigt die Effizienz, das heisst der Prozessor rechnet pro GHz Taktrate schneller. So ist ein aktueller Prozessor mit 3.4 GHz Taktrate bedeutend schneller als beispielsweise ein Core i7 2600K Prozessor mit derselben Taktrate.

Skylake bringt aber noch viel mehr als eine stärkere CPU Leistung

Der Prozessor ist nur eine Grösse, die die Performance eines Systems definiert. Die neue Architektur von Skylake und die aktuellen Chipsets bringen weitere Neuerungen mit sich wie die Unterstützung von DDR4 Arbeitsspeicher. Damit können nicht nur schnellere Speichermodule eingesetzt werden, es ist auch möglich einen Rechner mit einem Skylake Prozessor mit bis zu 64 GB Arbeitsspeicher auszubauen, was bisher nur den 6 und 8 Core Prozessoren vorbehalten war.

Mit Skylake wird zudem eine verbesserte, integrierte Grafik eingeführt: Intel HD 530. Mit der Leistung dieser Grafik werden einfachere Spiele möglich und 4K wird mit bis zu 60 Hz unterstützt. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Spannungswandler nicht mehr im Prozessor integriert sind, so dass die Hitzeentwicklung geringer ist und es mehr Spielraum zum Übertakten gibt, was sich bei vielen Single Core Anwendungen positiv auswirkt. Schliesslich wird auch PCIe 3 unterstützt, so dass PCIe oder M.2 SSDs noch schneller angebunden werden können.

Skylake Technologie bei uns im Test

Wir haben die neue Skylake Technologie einem Test unterzogen. Was uns zuerst aufgefallen ist: die Systeme mit Core i7 6700K Prozessor in Kombination mit Asus Mainboards mit Z170 Chipset und DDR4 Arbeitsspeicher von Kingston oder Crucial sind von Beginn weg gut gelaufen, Kinderkrankheiten konnten wir nur wenige feststellen. Es ist auch möglich Arbeitsspeicher mit mehr als 2133 MHz einzusetzen, die Systemstabilität ist in den meisten Fällen immer noch gewährleistet. Überzeugt haben uns die vielen schnellen Anschlüsse des Z170 Mainboards wie USB 3.1 oder die M.2 Schnittstellen zur schnellen Anbingung von SSDs.

Nicht ganz erfüllt wurden unsere hohen Erwartungen bezüglich Übertaktungsmöglichkeiten. Taktraten von 5 GHz im stabilen Systembetrieb bleiben weiterhin ein Fernziel. Realistisch sind Taktraten von 4.5 bis 4.7 GHz mit Skylake Prozessoren wenn ein stabiler Betrieb und eine vernünftige Hitzeentwicklung die Rahmenbedingungen sind. Überrascht waren wir aber von den sehr guten Benchmark Werten mit Cinebench:

Benchmarks_Skylake

Wir empfehlen Skylake

Verglichen mit der bisherigen Haswell Generation wurden mit Skylake einige durchaus radikale Veränderungen an der gesamten Plattform vorgenommen, diese reichen von anderem Arbeitsspeicher (DDR4 an Stelle von DDR3) über einen neuen Chipsatz (genauer dem Platform Conroller Hub), Schnittstellen wie USB 3.1 bis hin zu einer veränderten Spannungsversorgung und der ersten echten Direct3D-12-Grafikeinheit von Intel.

Bei der Skylake Plattform werden die Spannungsregler wieder auf das Mainboard ausgelagert, was eine bessere Übertaktung zulässt. Der passende DDR4 Arbeitsspeicher benötigt weniger Energie und unterstützt mehr Kapazität pro Modul, so dass künftig ein Ausbau mit bis zu 64 GB Arbeitsspeicher möglich ist.

Eine weitere wichtige Neuerung von Skylake ist der neue Platform Controller Hub und dessen Anbindung an den Prozessor. Das Z170 Chipset ist per DMI-3-Schnittstelle angeschlossen, die arbeitet auf Basis von vier PCIe-3.0-Lanes und überträgt 4 statt zuvor nur 2 GByte an Daten pro Sekunde. Statt gerade einmal 8 Lanes sind gleich 20 Bahnen integriert, eine einzelne Lane schafft ein GByte statt 500 MByte pro Sekunde, was wichtig ist für USB 3.1 und SSDs, die immer schneller werden. Keine Veränderungen gibt es bei Skylake aber bei der Anzahl der PCIe-3.0-Lanes, die der Prozessor stellt: Hier bleibt es bei 16 Bahnen.

Wenn nun ein neuer PC beschafft wird, sollte die Wahl auf jeden Fall auf einen Rechner auf Basis der neuen Skylake Technologie fallen. Skylake bietet viele Vorteile, die den kleinen Preisaufschlag im Vergleich zu bisherigen Haswell Systemen Wert sind. Die Preise für Prozessoren und Mainboards mit Skylake Technolgie sind ein wenig teurer als die bisherige Technologie. Der DDR4 Arbeitsspeicher ist mittlerweile günstiger geworden, liegt aber preislich noch etwas höher als der DDR3 Arbeitsspeicher.

Über den/die Autor(in):

Annette Mägerle

Annette Mägerle

Nach langjähriger Tätigkeit in IT Grossunternehmen hat Annette Mägerle vor 8 Jahren die Leitung des Schweizer PC Assemblierers brentford ag übernommen. In dieser Funktion gestaltet Annette Mägerle das Angebot von brentford ag und entwickelt die PC Systeme. Die neuesten PC Technologien werden laufend beobachtet, getestet und in brentford Systemen implementiert. Durch die enge Zusammenarbeit mit den verschiedensten Software Anwendern sind die Erfahrungen im Bereich Computertechnologie umfassend. Aber nicht nur. Annette Mägerle kennt sich auch mit den Funktionsweisen unterschiedlicher Anwendungen bestens aus.