Die Preise von Speichermedien sind in den vergangenen Wochen förmlich explodiert. Diese Entwicklung betrifft auch M.2 SSDs.
Seit rund einem Jahr gibt es PCIe 5.0 SSDs für den Consumer Markt. Zu Beginn lagen diese neuen SSDs mit schnellerer Anbingung preislich deutlich über vergleichbaren PCIe 4.0 SSDs. Durch die allgemeine Preissteigerung bei SSDs hat sich dieser Abstand jedoch deutlich verringert. Inzwischen sind die Preisunterschiede zwischen PCIe 5.0 und PCIe 4.0 geringer als noch zum Marktstart. Damit stellt sich umso mehr die Frage wann sich der Einsatz einer schnelleren PCIe 5.0 SSD tatsächlich lohnt.
Der grösste Vorteil von PCIe 5.0 gegenüber PCIe 4.0 liegt in der verdoppelten theoretischen Bandbreite. Während PCIe 4.0 bei rund 7.500 MB/s an seine Grenzen stösst, erreichen aktuelle PCIe 5.0 SSDs (Stand 2026) Lesegeschwindigkeiten von bis zu 14.500 MB/s. Doch in welchen Szenarien ist der Unterschied spürbar?
Welche Anwendungen profitieren vom Tempo einer PCIe 5.0 SSD?
In der Praxis fällt der Leistungsunterschied häufig geringer aus, als es die reinen Zahlen vermuten lassen. PCIe 4.0 SSDs sind bereits extrem schnell, und nur bestimmte Anwendungen können den zusätzlichen Durchsatz von PCIe 5.0 wirklich ausnutzen. Ein messbarer Vorteil zeigt sich vor allem in folgenden Bereichen:
Professioneller Videoschnitt (8K und RAW): Bei der Arbeit mit unkomprimiertem 8K-Material oder grossen Multicam-Projekten reduzieren PCIe 5.0 SSDs Wartezeiten erheblich.
KI-Workloads und Large Language Models: Beim lokalen Training von KI-Modellen oder beim Laden grosser Datensätze in den Grafikspeicher lassen sich die Ladezeiten mit PCIe 5.0 SSDs um bis zu 40 Prozent reduzieren.
Grosse Dateitransfers: Beim regelmässigen Kopieren von mehreren hundert Gigabyte zwischen internen NVMe-Laufwerken kann sich die benötigte Zeit theoretisch halbieren.
DirectStorage in Spielen: In modernen Spielen mit intensiver Nutzung von Microsoft DirectStorage können Ladezeiten grosser Spielwelten weiter reduziert werden. Gegenüber sehr schnellen PCIe 4.0 SSDs bewegt sich der Vorteil allerdings oft nur noch im Millisekundenbereich. Ausserdem kann eine schnellere PCIe 5.0 SSD beim Flugsimulator ein Vorteil sein wenn riesige Szenarien aufgebaut werden.
In vielen Alltagsszenarien ist der Geschwindigkeitsgewinn praktisch nicht spürbar:
Betriebssystem-Start: Der Windows-Start profitiert kaum von PCIe 5.0, da hier vor allem Random-Zugriffe auf kleine Dateien entscheidend sind.
Klassisches Gaming: Die meisten aktuellen Spiele sind weiterhin auf die Performance aktueller Konsolen ausgelegt, die in etwa PCIe 4.0 Niveau entsprechen.
Office-Anwendungen und Surfen: Programme wie Textverarbeitung, Tabellenkalkulation oder Webbrowser starten auf beiden SSD-Typen gleich schnell.

PCIe 5.0 im High-End-Bereich: Samsung 9100 PRO versus Kingston G5
Im aktuellen Hardware-Markt (Stand Januar 2026) gelten die Samsung 9100 Pro und die Kingston FURY Renegade G5 als die führenden PCIe 5.0 SSDs. Bei allen brentford High End PCs und Workstations können diese SSDs im Online Konfigurator ausgewählt werden.
Beide Modelle reizen die technische Grenze aus, setzen jedoch unterschiedliche Schwerpunkte.
1. Leistung: Rohleistung vs. Reaktionsgeschwindigkeit
Kingston FURY Renegade G5: Ausgestattet mit dem SM2508-Controller bietet sie besonders hohe und stabile sequentielle Schreibgeschwindigkeiten von bis zu 14.000 MB/s. Bei grossen Kopiervorgängen zeigt sie eine sehr konstante Leistung und drosselt vergleichsweise spät.
Samsung 9100 Pro: Samsung setzt auf den eigenen Presto-Controller. Die SSD überzeugt vor allem bei Random-Write-Werten (IOPS), was sich positiv auf die Systemreaktion und das Laden kleiner Dateien auswirkt.
2. Haltbarkeit
Ein klarer Vorteil für Kingston: Die Renegade G5 bietet rund 67 Prozent mehr TBW (Total Bytes Written). Dadurch eignet sie sich besonders für Anwender, die täglich grosse Datenmengen schreiben, etwa im professionellen Video- oder Content-Bereich.
3. Temperaturentwicklung
Beide SSDs erzeugen unter Volllast eine erhebliche Abwärme. Die Samsung 9100 Pro gilt als besonders hitzeempfindlich und sollte zwingend mit einem hochwertigen Heatsink betrieben werden. Die Kingston G5 arbeitet durch den 6-nm-Controller etwas effizienter, benötigt jedoch ebenfalls eine sehr gute Kuehlung, um Leistungseinbrueche zu vermeiden.
4. Software und Oekosystem
In diesem Punkt setzt sich Samsung klar ab. Die Samsung-Magician-Software bietet umfangreiche Funktionen für Firmware-Updates, Diagnose, Performance-Optimierung und sicheres Löschen. Kingstons Software ist funktional, erreicht jedoch nicht denselben Komfort oder Funktionsumfang.
Fazit
Der Einsatz einer PCIe 5.0 M.2-SSD lohnt sich vor allem dann, wenn Anwendungen genutzt werden, die den zusaetzlichen Durchsatz auch tatsächlich ausnutzen können. Da die Preisunterschiede zu PCIe 4.0 SSDs inzwischen gering ausfallen, stellen PCIe 5.0 Modelle auch eine attraktive Option dar für Anwender, die für künftige Anfoderungen gerüstet sein wollen oder ihren PC bewusst mit der neuesten und schnellsten Technologie ausstatten wollen.
Die Kingston FURY Renegade G5 M.2 SSD eignet sich besonders für professionelle Anwender, die Wert auf maximale Schreibgeschwindigkeiten und eine hohe Lebensdauer legen. Die Samsung 9100 Pro richtet sich an Enthusiasten und High-End-Gamer, die ein ausgewogenes Gesamtpaket aus Performance, Software und Oekosystem bevorzugen.